Wasserentkalkungsanlage – braucht man das wirklich?

Die Themen Kalk und Wasserentkalkungsanlagen sorgen bei vielen Menschen für Verwirrung. Die erste Frage, die sich die meisten Menschen stellen, ist, wie sinnvoll die Anschaffung einer solchen Anlage wirklich ist und ob es nicht billiger kommt, dem Kalk mit den altbewährten Haushaltsmitteln Einhalt zu gewähren. Dieser Artikel versteht sich als Einführung in die verwirrende Welt der Entkalkungsanlagen und hilft Ihnen dabei abzuschätzen, wie sinnvoll eine solche Anschaffung bei Ihnen wäre.

Eines der am weitesten verbreiteten Irrtümer bzgl. der Wasserentkalkung dreht sich um die Resthärte. Immer wieder liest man in einschlägigen Foren und auf Webseiten, dass man bei Wasserentkalkungsanlagen besonders darauf achten sollte, nicht unter einen Wert von 8° dH zu entkalken. Diese Aussage ist natürlich völliger Quatsch und ist dennoch weit verbreitet. Mit absoluter Sicherheit kann gesagt werden, dass ein niedriger Kalkwert absolut nicht schädlich ist und eigentlich auch der Hauptgrund ist, warum man sich eine Entkalkungsanlage anschafft. Dieser Wert scheint frei erfunden zu sein und wenn auch Sie schon einmal davon gehört haben, vergessen Sie ihn am besten schnell wieder. Allerdings ist es auch bei hochwertigen Entkalkungsanlagen sinnvoll, darauf zu achten, eine minimale Resthärte zu belassen, denn somit arbeitet die Entkalkungsanlage effizienter. Dabei ist ein Wert zwischen 3-5° dH allerdings völlig ausreichend. Sollte der Kalkgehalt einen höheren Wert aufweisen, besteht wieder die Problematik, dass sich Kalkablagerungen bilden, was man natürlich tunlichst vermeiden möchte.

Sorgt eine Wasserentkalkungsanlage für mehr Salz im Wasser?

Eine ebenfalls weit verbreitete Annahme ist, dass der Einsatz einer Wasserentkalkungsanlage dafür sorgt, dass der Salzgehalt des aus den Leitungen fliessenden Wassers ansteigt. Sollte auch diese Aussage Grund genug für Sie gewesen sein, vom Kauf einer Entkalkungsanlage abzusehen, können wir Sie auch hier beruhigen. Eine Wasserentkalkungsanlage funktioniert in erster Linie dadurch, dass der Natriumgehalt im Wasser erhöht wird, nicht aber der Salzgehalt. Solche Anlagen basieren auf dem Prinzip des Ionenaustauschs, wobei die kalkbildenden Ionen Magnesium und Kalzium mit dem Abwasser ausgespült werden, was natürlich auch für den Salzgehalt gilt.

Um eine Wasserentkalkungsanlage zu betreiben, wird ein spezielles Enthärtersalz eingesetzt. Dieses Salz ist essentieller Bestandteil einer Entkalkungsanlage, denn sie sorgt für eine Regeneration des Tauscherharzes. Würde man auf dieses spezielle Salz verzichten, könnte sich das Tauscherharz nicht mehr regenerieren, was zwangsläufig dazu führt, dass keine Härtebildner mehr aufgenommen werden können. Je nach Art und Typ der eingesetzten Anlage, steigt der Salzverbrauch dementsprechend an. Bei einem gewöhnlichen Einfamilienhaus und einem Wert von ca. 20° dH fallen in etwa 130 Kilo jährlich an. Diese Menge wirkt auf den ersten Blick erschreckend, doch muss man auf der anderen Seite bedenken, dass durch den Einsatz einer Wasserentkalkungsanlage deutlich weniger Wasch- und Spülmittel benötigt wird, als es bei Haushalten mit hartem Wasser der Fall ist.

Sparen mit einer Entkalkungsanlage – warum die Anschaffung so sinnvoll ist

Gerade in Haushalten mit hoher Wasserhärte merkt man den erhöhten Verbrauch von Wasch- und Spülmaschine deutlich. Durch das verkalkte Wasser wird deutlich mehr Waschmittel und Wasser benötigt, als es bei Haushalten mit geringer Wasserhärte der Fall ist. In den meisten Haushalten befindet sich neben der üblichen Waschmaschine auch noch eine Spülmaschine, wodurch das Sparpotential noch weiter gesteigert wird. Zudem sollte bedacht werden, dass der Boiler seine Arbeit bei wenig verkalktem Wasser deutlich besser verrichten kann. Bereits eine geringe Kalkschicht von 1-2 mm kann die Effizienz und Leistung eines Boilers drastisch reduzieren.

Trotz der enormen potentiellen Kostenersparnis, die sich durch eine Wasserentkalkungsanlage ergibt, muss die potentielle Ersparnis für jeden Haushalt separat ermittelt werden. Eine erste Anlaufstelle stellen die örtlichen Wasserwerke dar, die einem genau sagen können, wie es um die Wasserhärte in der Gegend steht. Zudem macht es Sinn, einen Wasserenthärtungs-Spezialisten zu konsultieren, der sich zu Hause umsieht und alle Einrichtungsgegenstände ermitteln kann, durch welche sich die Vorteile einer Wasserentkalkungsanlage zeigen lassen. Bei dieser Gelegenheit kann dieser auch eine Einschätzung geben, welche Art und Grösse von Entkalkungsanlagen das beste Preis- und Leistungsverhältnis für die individuellen Anforderungen aufweisen.

Share