Beruf mit langer Tradition: Der Maler und Gipser

Ausbildungsberufe im Handwerk scheinen in den letzten Jahren aus der Mode gekommen zu sein: Es wirkt beinahe so, als würde jeder, der etwas auf sich hält, sein Glück in der wunderbaren Welt der akademischen Leistungen suchen, also an den verschiedenen Universitäten des Landes. Wer sich noch für die klassischen Berufe wie Schreiner, Kaminfeger usw. begeistert, wird gerne als Minderleister oder als wenig intelligent verschrien – So, als wäre es keine grosse Anstrengung ein Möbelstück oder den Einbau einer Treppe genau so zu planen, dass das Objekt sowohl ästhetisch gut aussieht als auch optimal in den Raum passt. Doch solche praktischen Fähigkeiten werden nicht mehr so geschätzt, wie es früher einst der Fall war, das Handwerk scheint nicht mehr gefragt.

Diesem Trend möchten wir zumindest ein kleines Stück weit entgegentreten, indem wir verschiedene Ausbildungsberufe vorstellen und erklären, was genau hier die Aufgabe des Lehrlings ist. Nur Mut: Es kann sich lohnen, gegen den Strom zu schwimmen!

Heute geht es um Maler und Gipser, einen der Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Denn ohne die entsprechenden Anstriche würden nicht nur Wohnungen und Häuser sowohl von innen als auch von aussen hässlich aussehen, sie wären auch der Witterung und Umwelteinflüssen schutzlos ausgeliefert. Aber davon später mehr. Zuallererst ist es wichtig festzustellen, dass der Beruf des Malers nicht nur eine lange Geschichte hinter sich hat, sondern weit mehr darstellt als blosse Raumverschönerung. Gewiss, jeder Maler bekommt mit der Zeit Routine mit dem Streichen und Tapezieren von Innenräumen, und kennt sich nicht nur mit den exakten Handlungsabläufen aus, sondern weiss diese auch zu optimieren – jeder Profi schlägt einen Amateur um Längen, wenn es um diese, anscheinend doch so simple und dennoch so aufwendige, Aufgabe geht. Abkleben, die richtige Farbe für die zu erledigende Aufgabe auswählen, einen gleichmässigen, schön anzusehenden Strich zaubern – alles Dinge, die ein Anfänger meist intuitiv falsch macht.

Aber nicht nur in diesem Gebiet ist ein guter Maler und Gipser versiert, sondern er versteht es genauso gut, seine Künste zum Schutze des Gebäudes einzusetzen. Dies geht weit zurück in die Zeit der Industrialisierung, als zum ersten Mal grosse Stahl- und Metallkonstruktionen zum Einsatz kamen, ja sogar noch weiter, aber der Einfachheit halber wollen wir bei diesem Beispiel bleiben. Schon früh erkannte man, dass ein ungeschützter Stahlträger schnell vom Rost zerfressen und durch Umwelteinflüsse beschädigt wird, ein Prozess, der schnell grosse finanzielle Einbussen hervorruft. Was liegt da näher, als durch einen geeigneten Anstrich zumindest die gröbsten Probleme zu beseitigen? Und schon früh erkannte man, dass es einen versierten Fachmann braucht, um diese wichtige Aufgabe in der gebotenen Perfektion durchzuführen – der Maler hatte sein erstes, grosses Aufgabenfeld gefunden. Im Zusammenspiel mit der chemischen Industrie entstand bald ein ganzes Feld an Praktiken, die dem angehenden Lehrling im Rahmen einer langen Ausbildung vom Meister gelehrt wurde, mitsamt einer gesetzlich anerkannten Prüfung.

Ohne Maler hätte es weder grosse Fabriken, die heute bekannte und die Wirtschaft antreibende Industrie, noch viele weitere, revolutionäre Errungenschaften gegeben. Und dies ist nur ein winziger Ausschnitt der Fähigkeiten, die ein Maler und Gipser in seiner Ausbildung erwirbt. Daher sollten wir als Gesellschaft endlich wieder das Handwerk zu schätzen lernen, den Grundpfeiler unserer modernen Zivilisation.

Das Malergeschäft Schweizer Söhne ist sich dieser Verantwortung bewusst und bildet Jahr für Jahr Lehrlinge aus – damit das wertvolle Handwerk weiterlebt.

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